Technik
Laminattuben
Laminattuben bestehen aus einem mehrschichtigen Mantelmaterial (3 – 5 Schichten). Dieser Verbund setzt sich im Wesentlichen aus PE-Schichten, in die eine sogenannte Aromabarriere eingebettet ist, zusammen. Die einzelnen Schichten des Mantelmaterials sind durch „laminieren“ miteinander verbunden. Daher stammt auch der Name für diese Art von Tuben.Laminattuben werden durch eine besondere Technologie gefertigt und der Druckprozess nicht in die Tubenfertigung integriert, sondern vorgeschaltet.
Das hat den Vorteil, dass der Druck nicht auf den fertigen zylindrischen Tubenkörper, sondern auf einer ebenen Fläche erfolgt, die auf Endlosrollen aufgerollt wird, ähnlich wie Etiketten. Der Druck erfolgt in Fotoqualität und mehrere Druckverfahren, wie Flexo-, Siebdruck und Prägung können In-Line integriert werden. Komplexe Druckbilder sind dadurch in einem Arbeitsschritt möglich.
Das im „Vorprozess“ fertig bedruckte Tubenmaterial, das sogenannte Laminat, geht als Halbfertigware zusammen mit Schultermaterial und Verschlüssen in einen zweiten Fertigungsprozess, wo die eigentlichen Tuben entstehen. In diesem „Hauptprozess“ wird das vorher fertig bedruckte Laminat zu einem endlosen Rohr geformt und an der Längsnaht, die sich später an der Seite befindet, verbunden. Danach wird eine Schulter, incl. Gewinde und Austrittsöffnung angespritzt, auf die dann der Verschluss aufgebracht wird. Mit diesem Schritt ist die Tube vollendet und wird verpackt und konfektioniert.
Laminat
Technische Erklärungen
PBL (Plastic Barrier Laminate)PBL ist ein Laminat, dass aluminiumfrei ist, d.h. vollständig aus Kunststoffen besteht. Dieses Laminat besteht aus mehreren PE-Schichten, in die eine sogenannte EVOH-Barriere zum Schutz des Füllguts eingebettet ist.
ABL (Aluminium Barrier Laminate)
ABL ist ein Laminat, dass neben Kunststoffbestandteilen auch einen geringen Anteil an Aluminium enthält. Dieses Laminat besteht aus mehreren PE-Schichten, in die eine Aluminium-Barriere zum Schutz aggressiver Füllgüter eingebettet ist.
Barriere / Aromabarriere
Die Aromabarriere ist ein Bestandteil des Laminats. Sie befindet sich in der Mitte zwischen den im Laminatverbund außerdem vorhandenen PE-Schichten. Eine Aromabarriere erfüllt zwei Zwecke. Sie verhindert zum einen, dass Bestandteile des Füllguts aus der Tube entweichen können. Zum anderen wird durch diese Barriere verhindert, dass kritische Stoffe aus der Umwelt (wie z.B. Sauerstoff), die das Füllgut beeinflussen oder verändern könnten, in die Tube eindringen. Die gängigsten Barrieren sind EVOH und Aluminium.Technische Erklärungen
EVOH (Ethyl-Vinyl-Alkohol)EVOH ist eine sogenannte Aromabarriere auf PE-Basis, die verhindert, dass Teile des Füllguts aus der Tube diffundieren können. Außerdem verhindert diese Barriere, dass von außen Stoffe in die Tube gelangen, die mit Füllgut reagieren könnten und es so verändern oder verderben würden.
EVOH bietet gute Barriereeigenschaften für alle gängigen Füllgüter wie Kosmetikcremes oder –gels, Lebensmittel, Haushaltschemie, technische Füllgüter und Mundpflegeprodukte.
Aluminium
Aluminium wird als sogenannte Aromabarriere in einigen Laminaten eingesetzt, um zu verhindern, dass Teile des Füllguts aus der Tube diffundieren können. Außerdem verhindert diese Barriere, dass von außen Stoffe in die Tube gelangen, die mit Füllgut reagieren könnten und es so verändern oder verderben würden.
Das Aluminium ist dabei zwischen mehreren PE-Schichten eingebettet. Aluminium bietet die höchste Barriereeigenschaft und ist daher vor allem für sehr aggressive und reagierfreudige Füllgüter, wie Enthaarungs- oder Rasiercremes, Silikone, OTC-Produkte und verderbliche Lebensmittel, geeignet.
Spezialvarianten
IBL (Inner Barrier Liner)Die IBL ist eine Schultereinlage mit Barriereeigenschaft. Es handelt sich um eine Rondelle, die innen auf die HDPE-Schulter aufgelegt wird. Diese Einlage besteht aus einem Verbund von PE-Schichten zwischen denen eine Barriere-Schicht eingelegt ist. Diese Barriere ist standardmäßig EVOH, kann aber im Bedarfsfall auch aus Aluminium bestehen.
Frischesiegel
Das Frischesiegel ist ein durch Wärme auf die Schulteröffnung aufgeschweißtes Blättchen, welches als Erstgebrauchsschutz dient.
Das Frischesiegel bei ESSEL ist ein PET-Verbund, der zur besseren optischen Wahrnehmung wahlweise mit aufgedampfter Aluschicht (Standard) oder in blau oder weiß (Druck) erhältlich ist.
Streifeneinsatz
Der Streifeneinsatz ist ein Insert, welches im Inneren der Tube auf die Schulter aufgesetzt wird. Dieses Insert wird vorwiegend im Mundpflegesegment, für zweifarbige Zahnpasten, verwendet. Es handelt sich um ein Röhrchen, dass eine große Öffnung in der Mitte und 5 kleine an den Seiten aufgesetzt hat. Durch die Mitte wird die Grundmasse (weiß) nach außen befördert und durch die kleinen Öffnungen an der Seite werden die farbigen Streifen auf die Zahncreme aufgesetzt.
Inviseam (Invisible Seam)
Bei einem Inviseam handelt es sich um eine sogenannte Stoßnaht. Hierbei wird die Überlappung der beiden Enden des Laminats so gering wie möglich gehalten, sodass die Naht nach der Fertigung praktisch fast „unsichtbar“ (invisible) ist.
Verschlüsse & Gewinde
Fraktal-Gewinde
Das Fraktal-Gewinde ist ein spezielles Schnellöffnungsgewinde für welches ESSEL einen Gebrauchsmusterschutz besitzt. Dieses Gewinde wurde weiterentwickelt vom normalen S13-Gewinde. Es findet vorwiegend im Mundpflegebereich Anwendung.
S13-Gewinde
Das S13-Gewinde ist ein am Markt erhältliches Standardgewinde, dass vorwiegend im Mundpflege- sowie im technischen Bereich Anwendung findet.
M15-Gewinde (M 15 x 1,5)
Das M15-Gewinde ist ein metrisches Gewinde. Dieses am Markt erhältliche Standardgewinde findet vorwiegend in der Kosmetik Anwendung.
TR22-Gewinde (TR 22 x 3)
Das TR22-Gewinde ist ein am Markt erhältliches Standardgewinde, dass vorwiegend für größere Durchmesser (50mm) Anwendung findet.
Prellgewinde
Das Prellgewinde ist kein Gewinde im eigentlichen Sinne. Diese Form wird ausschließlich für bildausgerichtete Flip-Top-Verschlüsse verwendet, die nicht aufgeschraubt, sondern auf die Prellform aufgedrückt werden, damit diese nachher nicht mehr verschoben oder entfernt werden können.
Kegelverschluss
Der Kegelverschluss ist ein konisch geformter, geriffelter Schraubverschluss, der nicht schulterdeckend ist.
Standverschluss
Der Standverschluss ist ein zylindrisch geformter Schraubverschluss, der schulterdeckend ist. Dieser Verschluss ist je nach Durchmesser und Gewinde in glatter oder geriffelter Form erhältlich. Es gibt in einigen Bereichen auch weitere Optionen mit matter Oberfläche, gerundeten Kanten und unterschiedlichen Verschlusshöhen.
Flip-Top
Beim Flip-Top-Verschluss handelt es sich um einen Klapp-Scharnier-Verschluss, der nicht von der Tube abgeschraubt wird, sondern eine Öffnung zur Füllgutentnahme besitzt, die durch das Aufklappen der oberen Deckelhälfte geöffnet wird.
Schwammaufträger
Der Schwammaufträger ist ein zylindrisch geformter, geriffelter Verrschluss, bei dem zum Gebrauch nur die obere Kappe abgezogen wird. Darunter befindet sich ein Schwamm mit Öffnung zum Tubeninneren, durch die das Füllgut auf den Schwamm gelangt. Der Schwamm dient zur Verteilung des Füllguts auf verschiedenen Oberflächen. Schwammaufträger finden vorwiegend im technischen Bereich (z.B. Schuhcreme, Ski-Wachs etc.) Anwendung.
Kanüle
ESSEL bietet für einige Tuben eine Kanüle an. Diese wird fertig als Verschluss angeliefert und auf ein Norm-M15-Gewinde aufgeschraubt.





